Gedanken
Warum wir mit dem Zug reisen
Es dauert länger, es kostet meistens mehr – und trotzdem steigen wir immer wieder ein.
Wenn ich irgendwo erzähle, dass ich alle meine Reisen mit dem Zug unternehme, werde ich mitunter mitleidig angeschaut. Zugreisen, das ist doch schrecklich kompliziert. Viel zu teuer. Und überhaupt: Verpasst man da nicht ganz viel?
Ein bisschen verrückt sind wir Zugreisenden ja schon. Wenn wir nach Lissabon fahren oder an den Rand der Arktis, sind wir Tage unterwegs. Wir kämpfen uns durch ein Dickicht aus Anbietern, Tickets und Tarifen. Verspätungen
Wo lohnt sich eigentlich Interrail?
Interrail ist eine super Sache. Wären da nicht Reservierungen und andere Stolpersteine. Welche Länder sich für den Pass besonders eignen – und welche eher nicht.
Ein Städtchen in den Bergen. Eigentlich nur Durchgangsstation. Eine Nacht, am nächsten Morgen gleich weiter. Doch dann verlieben wir uns. In das Hotel am Bahnhof. Den urigen Italiener nebenan. Das goldene Licht, das am Abend auf die Gipfel fällt. Aus einer Nacht werden drei – und Abenteuer, von denen wir gestern noch keine Ahnung hatten.
Das ist für mich Interrail. Mit einem Pass statt festen Tickets und einem Reiseplan, in dem
Geschwindigkeit beim Zugreisen
Wenn wir über Züge reden, reden wir oft über Tempo. Schnellstrecken und Hochgeschwindigkeit sind das Maß der Dinge. Warum eigentlich?
Als die Eisenbahn vor 200 Jahren nach Europa kam, war die Aufregung groß: Kann ein Mensch diese Geschwindigkeit überhaupt aushalten? Bis dahin war man – wenn überhaupt – in der Pferdekutsche gereist. Es holperte und ruckelte, oft war man mehrere Tage unterwegs.
Plötzlich konnte man sich drei-, fünf- oder zehnmal so schnell fortbewegen. Auf schnurgeraden Schienen. Die Menschen fühlten sich wie ein Projektil, das durch die Landschaft geschossen wurde. Was macht das
Bahnhöfe: Kathedralen und Sehnsuchtsorte
Die Eisenbahn ist mehr als Züge und Schienen. Ihr Herz schlägt an den Bahnhöfen. Wer genau hinsieht, kann an ihnen einiges entdecken.
Wenn ich mit dem Zug durch Europa reise, denke ich oft: Oh, hier gibt es aber tolle Bahnhöfe! Und damit meine ich nicht nur architektonisch beeindruckende Bauwerke, sondern Orte, die Aufenthaltsqualität bieten. Orte, an denen man sich wohl und willkommen fühlt. Vielleicht liegt es an meiner Prägung aus Deutschland, dass mir das so positiv auffällt. Und auch meine Wahlheimat Finnland tut sich in Sachen Bahnhöfe nicht gerade hervor.
Manche mögen
Gastlichkeit im Nachtzug
Nachtzüge sind nicht nur Transportmittel, sondern auch ein Zuhause auf Zeit. Warum es auf mehr ankommt als Steckdosen und WLAN. Und was der Nightjet besser machen kann.
Neulich bin ich mal wieder Nightjet gefahren. Es war eine gute Fahrt. Schon als am Bahnhof Hamburg-Altona mein Liegewagen nach Zürich an den Bahnsteig heranrollte, machte mein Nachtzugherz einen Hüpfer. Wider Erwarten war es nämlich kein in die Jahre gekommenes Modell aus Altbeständen der Deutschen Bahn, sondern ein „Liegewagen comfort“, wie die ÖBB es nennen.
Diese Wagen wurden unlängst aus Sitzwagen umgebaut. Die Inneneinrichtung ist topmodern und vergleichbar mit den
Verkehrte Welt: Deutsche Bahn verkündet neue Nachtzüge
In einem aufwändig inszenierten Event kündigen Deutschland, Österreich, Frankreich und die Schweiz neue Nachtzüge an. Eigentlich ein Grund zum Feiern, oder?
Es sind bemerkenswerte Dinge, die sich in diesem 2020 ereignen. Aus Eisenbahn-Sicht zu den bemerkenswertesten gehören dürfte eine Pressekonferenz am Dienstag, die den Spiegel zu folgender Schlagzeile verleitet: „Deutsche Bahn plant neue Nachtzugverbindungen durch Europa“. Andere Medien stimmen in den Applaus ein, das Echo ist enorm.
Moment, Deutsche Bahn und Nachtzug?
Ach ja, da war doch was. Der Ausstieg der DB aus dem Nachtzug-Geschäft im Dezember 2016 ist überhaupt der